Erfahrungen mit unseren alten 3Com-Switches SuperStack-II 3300
Hier Informationen zu unseren alten 3Com Switches, die wir zwischen 1999 und 2008 im Wohnheim-Netz betrieben haben:
Zu konservative Berechnung der Port-Zahlen
Leider sind wir bei der Berechnung der freien Ports im Server-Raum zu konservativ gewesen. Alle Ports waren zeitweise durch Vereinsrechner belegt.
Man merke: eine zu konservative Port-Berechnung kann bei zukünftigen Netzausbauten manchmal zu Problemen führen, wenn plötzlich mehr Rechner als Ports vorhanden sind oder ein Rechner plötzlich über mehrere Netzwerkkarten ans Netz angeschlossen werden muss. Hier ist eine gesunde Reserve Pflicht!
Probleme bei Stromschankungen
Seit Inbetriebnahme der Switches sind keine nennenswerte Ausfälle/Defekte der Switches zu beklagen gewesen. Lediglich eine Besonderheit der 3com-Switches hat häufiger zu Problemen geführt:
So reagieren sie sehr empfindlich auf das Absinken der Spannung. Zum Teil gehen zentrale Einstellungen (VLANs, IPs etc.) der Switches verloren oder geraten durcheinander. Das hat zur Folge, dass einzelne Switches komplett neu konfiguriert werden müssen. Nach dem Reboot und der anschliessenden Neukonfiguration arbeiten die Switches wieder tadellos.
Wir haben das Problem der Spannungsschwankungen gelöst, indem wir jeder Datenstation eine eigene kleine USV (unterbrechungsfreien Stromversorgung) verpasst haben, um die Switches und alle anderen Geräte vor dem Absinken/Ausfall der Spannung zu schützen. Die Switches haben eine Leistungsaufnahme von etwa 60W pro Stück, eine "kleine" USV mit 1400VA war deshalb vollkommen ausreichend. Es wäre auch noch kleiner gegangen (700-1000VA), doch dann hätten wir keine Reserve mehr für Server etc. gehabt.
Zu wenig Trunks pro Switch
Auch die beschränkte Zahl der Trunks hat den späteren Netzausbau negativ beeinflusst. Als "Trunks" bezeichnete 3Com früher den Zusammenschluss mehrere Ports/Leitungen zu einer logischen Verbindung. Heute verwendet 3com die Technik des "aggregated link".
Bei einem Trunk werden die zu übertragenen Daten auf alle Ports/Leitungen des Trunks verteilt, der Switch behandelt einen Trunk also so, als sei es eine einzige Verbindung. Dadurch erhöht sich die Bandbreite der logischen Verbindung und es findet eine Lastverteilungen über die einzelnen Leitungen statt. Wir verwenden diese Technik für unser Glasfaser-Backbone.
Leider beherrschten die alten 3Com SuperStack II nur jeweils 2 Trunks pro Switch, für den Netzausbau hätten wir jedoch einen dritten Trunk benötigt. Sehr ärgerlich.
Paketverluste und Gedächtsnisstörungen seit 2006
Mit Beginn des Jahres 2006 haben leider einige Switches begonnen, Pakete zu verlieren.
Die Switches im Betriebsraum "Matratzenkeller / Lager" sind davon am stärksten betroffen, hier gehen unzählige Pakete verloren. Spürbar wird dies jedoch erst bei der Übertragung größerer Datenmengen, so dass die Nutzer, die lediglich das Netz zum Surfen und Mailen verwenden, kaum Einschränkungen wahrnehmen. Nutzer die jedoch innerhalb des Wohnheims oder zwischen Wohnheim und Campus-Netz größere Datenmengen verschieben, spüren die Einschränkungen deutlich. Hier kommt es zu unzähligen Paketverlusten bis hin zu Verbindungsabbrüchen.
Aus finanziellen und organisatorischen Gründen musste der Austausch der defekten Switches jedoch bis 2008 warten. Siehe auch die Bauseiten von Februar und März 2008.
Die technischen Spezifikationen der Switches finden Sie auf unserer Technik-Seite.
Darüber hinaus vergessen einige Ports plötzliche ihre Einstellungen oder ignorieren Befehle des eingebauten Management-System. Diese Probleme beschränken sich ausschliesslich auf einen Stack im Heizungskeller, so dass wir ein Temperaturproblem vermuten. Wir werden das Problem weiter beobachten.
Die technischen Spezifikationen der Switches finden Sie auf unserer Technik-Seite.
Ein Switch nach neun Jahren Dauerbetrieb
Hier sind ein paar Bilder aus dem Inneren eines alten Switches nach neun Jahre Dauerbetrieb in einem Netzwerk-Schrank. Man sieht deutlich, wieviel Staub sich im Inneren des Switches angesammelt hat. Und das, obwohl er in einem Netzwerk-Schrank in einem verschlossenen Kellerraum in Betrieb war. Und dieser Kellerraum nur ein paar Mal pro Woche geöffnet wurde. Eigentlich hatten wir weniger Dreck und Staub erwartet.
Aber die kleinen Spinne scheint sich trotzdem wohl gefühlt zu haben ;-)









