Probleme mit der Unterverteilung / Stromversorgung
- Leider ist die Unterverteilung des Wohnheims über 25 Jahre alt, was z.T. zu größeren Stromschwankungen führt. Wir konnten das relativ schnell durch den Einsatz mehrerer USVs (Unterbrechungsfreien StromVersorgungen) abfangen.
- In den letzten Jahren kamen dann noch weitere USVs hinzu: neuer Server-Schrank im Serverraum, Router/AirLaser auf der Uni-Seite, Ausbau des Server-Schranks im Serverraum und für den AirLaser auf der Wohnheim-Seite.
- Erst nach Jahren zeigte sich ein weiteres Problem: einige Betriebsräume wurden gemeinsam mit anderen Geräten (z.B. Flur-Beleuchtungen) an einen Stromkreis angeschlossen. So kam es mehrmals dazu, dass ein Kurzschluss bei einem der Geräte gleich auch den Betriebsraum abschaltete. Die USVs konnten den Ausfall kurzfristig kompensieren. Blieb der Strom längere Zeit weg, fiel der Betriebsraum aus. Erst Ende 2007 konnten wir das Problem der gemeinsamen Unterverteilung zumindes für den Serverraum aus der Welt schaffen. Seitdem hat zumindest der Server-Raum eine unabhängige Stromzuführung und Unterverteilung.
Also bitte immer dafür sorgen, dass die eigene Netzwerk-Technik nicht mit anderen Verbrauchern an einer Leitung hängt und die Anlage mit USVs absichern. - Und auch beim Potentialausgleich stellten sich nach Jahren Probleme heraus: es wurden damals nur die Betriebsräume im Keller an die Potentialausgleichsschiene im Keller angeschlossen, der Dachboden jedoch nicht. Zum Glück hat es nur 2 Ports am Switch erwischt und nicht gleich den ganzen Switch. Auch unser Laser-Uplink und die Medienkonverter haben nichts abbekommen.
- Und es stellte sich heraus, dass für man damals für den Potentialausgleich ein zu dünnes Kabel verwendet hatte. 9mm² entsprechen nicht der Norm.
Ein Beispiel, warum USVs den Aufwand wert sind
In den vergangenen 10 Jahren hatten wir immer wieder Probleme mit Geräten im Betriebsraum "Heizkeller": Router gingen in Rauch auf, Switches leideten unter Gedächtnisstörungen, Medienkonverter fielen plötzlich aus.
Wir hatten schon eine Weile die Stromversorgung im Heizkeller unter Verdacht, vermuteten Stromschwankungen oder Spannungsspitzen, die unsere Geräte nicht vertrugen. Die Ursache dieser Stromschwankungen konnten wir nicht feststellen. Wir hatten zunächst die Heizungsanlage in Verdacht, doch traten die Ausfälle auch im Sommer auf, wenn die Heizungsanlage nicht läuft. Da aber der Heizungsraum über eine Lüftungsanlage verfügt, die auch im Sommer schonmal anläuft, könnte diese ggf. für die Stromschwankungen verantwortlich sein. Beweise haben wir natürlich keine.
Hier mal eine grobe Liste der letzten Monate, wie oft die USV im Heizungskeller zum Schutz der Geräte angesprungen ist:
- 2011: 3x
- 2010: 14x
- 2009: 2x
Die Zwischenfälle waren jeweils nur wenige Sekunden kurz, machmal auch nur Sekundenbruchteile. Aber wir möchten uns trotzdem nicht vorstellen, wie unsere Geräte auf diese Schwankungen reagiert hätten.
Erfahrungen mit unseren APC USVs
Wie verwenden ausschliesslich USVs der Firma APC, weil wir mir ihnen bisher die besten Erfahrungen gemacht haben:
- Der Netzausbau in den Jahren 2007 und 2008 führte dann dazu, dass USVs getauscht werden mussten. So erreichte die USV im neuen Serverschrank 2007 ihre obere Belastungsgrenze: 1 Router und 3 Server waren zu viel für die 1400VA-USV. Im Normalbetrieb war sie zu 75% ausgelastet, bei Last auf den Servern stieg ihre Auslastung auf über 90% an. Das hätte zwar immer noch für etwa 7min ohne Strom gereicht, doch wenn man bedenkt, dass einige unserer Server alleine für das Herunterfahren 3-4 Minuten brauchen, ist das schon sehr sehr wenig Zeit.
- die kleine 1400VA-USV wurde deshalb im Frühjahr 2008 gegen eine 5000VA-USV getauscht. Diese bietet genug Reserven für die derzeitigen und zukünftigen Server:
Im Normalbetrieb verbraucht jeder unserer Server im Schnitt 200W, also etwa 270VA. Bei 4 Servern kommen da locker 1000VA zusammen. Doch der Wert der einzelnen Server kann bei Belastung locker 3x bis 4x so hoch wie im Normalbetrieb sein. Wir haben also entsprechende Reserve einkalkuliert. Schaut man dann noch auf das Angebot an APC-USVs landeten man dann bei 5000VA. - Die alte 1400VA-USV aus dem Serverraum wurde dann im Betriebsraum "Matratzenkeller" installiert um die dortigen Geräte zu schützen.
- Alle unsere USVs kommunizieren jeweils mit einem Server, so dass wir z.B. per Mail über Störungen informiert werden. Darüber hinaus fahren die Server automatisch herunter, wenn der Strom längere Zeit weg bleibt.
- Insbesondere die Kommunikation zwischen den Servern und den USVs hat sich über die Jahre deutlich verbessert. Vor Jahren war es z.T. noch ein ziemlicher Krampf, es so hinzubekommen, dass sich USV und Linux-Server unterhalten. Nun ist das keine wirkliche Herausforderung mehr.
- Wir haben jedoch festgestellt, dass man zum Teil bei der Kommunikation zwischen Server und USV über die serielle Schnittstelle geduldig sein muss. Hier gibt es Latenzzeiten von mehreren Sekunden, bis die USVs auf Anfragen reagieren. Die paar Sekunden sind aber für uns nicht weiter problematisch.
- Im Jahre 2008 bekamen wir eine weitere USV mit 5000VA hinzu. Weitere Informationen auf der entsprechenden Bau-Seite.
Management-Karten für APC-USV
Die neue 5000VA-USV besitzt eine eingebauten Monitoring-Karte mit einem Ethernet-Anschluss. Über den Netzanschluss stellt die USV sowohl eine Konsole, eine Webseite sowie einen SNMP-Zugang zur Verfügung.
Leider funktionierte die automatische Erkennung der Karte mit einem Windows-Notebook und der zugehörigen APC-Software nicht. Wir mussten die Karte über die serielle Konsole einrichten. Also ein kleiner Abstrich in der B-Note :-)
Beim Einbau der zusätzlichen Management-Karten in die alten USVs im Januar 2009 verwendeten wir deshalb eine statische MAC-/IP-Zuordnung, wie sie auch im Manual der Karte beschrieben ist. Nach einigen kleineren Anlaufschwierigkeiten funktionierte diese Methode problemlos und wir konnten allen drei Karten ihre neuen IP-Adressen zuweisen. Es muss also doch nicht immer die Windows-Software und die serielle Schnittstelle sein :-)
Weitere Informationen auf der entsprechenden Bau-Seite oder der zugehörigen Technik-Seite
Haltbarkeit der USV-Akkus
Die offizielle Angabe von APC über die Haltbarkeit der USV-Akkus beträgt 3-5 Jahre. Und wir können das aus unserer Sicht so bestätigen, denn einige Akkus halten bei uns 5 Jahre, andere nur 3 Jahre ;-)
Leider können wir bei den Akku-Ausfällen bisher keine Regelmäßigkeit erkennen. Es könnte die USV-Größe in Verbindung mit der Load sein, genauso wie der Standort nebst Umgebungstemperatur oder die Einsatzhäufigkeit durch Stromausfälle. Bisher können wir da keine Regelmäßigkeit erkennen.
Darüber hinaus haben wir mehrmals USV-Standorte geändert, so dass es nahezu unmöglich ist, eine Tendenz zu erkennen. Wir werden jedoch zukünftige Akku-Wechsel dokumentieren, um so ggf. Regelmäßigkeiten erkennen zu können.
Alte Akkus wurden zu heiss
Die folgenden Bilder zeigen einen Akku-Pack mit vier Bleigel-Akkus aus einer APC-USV mit 1400VA. Die Akkus sind aufgebläht und waren beim Ausbau so warm, dass wir sie nur kurz in der Hand halten konnten. Die Temperatur muss so hoch gewesen sein, dass die Gehäuse der Akkus 1 & 2 miteinander verschmolzen waren. Krass!
Die zugehörige USV war zuvor mehrmals durch einen fehlerhaften Selbsttest aufgefallen, zeigte aber erst nach einiger Zeit einen Akku-Fehler an. Wir bestellten neue Akkus, ließen die alten Akkus aber weiterhin angeschlossen und die USV in Betrieb. Weder im Benutzerhandbuch noch bei den zusätzlichen Sicherheitshinweisen gab es eine Warnung, dass die Akkus bei einem Fehler sofort entfernt und die USV außer Betrieb genommen werden muss. Das Resultat sind die aufgeblähten Akkus, wobei die ersten beiden Akkus der Serienschaltung am stärksten verformt waren.
Wer weiss, wann uns die Akkus im die Ohren geflogen werden und was sie dabei mitgerissen hätten. Von der Brandgefahr und dem gesundheitsschädlichen Bleigel garnicht zu reden! Wir haben anscheinend richtig Schwein gehabt!
Was lernen wir daraus? Sobald in Zukunft eine USV durch den Selbsttest fällt oder einen Akku-Fehler anzeigt, werden wir die Akkus abklemmen, ihre Temperatur messen und sie auf Verformungen untersuchen. Wenn uns da auch irgendetwas verdächtig vorkommt, fliegen die Akkus sofort raus und die USV geht offline.











