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2001
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Geschichte des Jahres 2001

Januar 2001

Am 23. Januar findet die vierte Mitgliederversammlung des MichaelisNet statt.

 

Februar 2001

Das Netz läuft und läuft und läuft. Es läuft schon fast zu gut. Auf einmal tauchen Zahlen über heruntergeladene Datenmengen auf. Angeblich sollen alle Wohnheime in Braunschweig mehr als 50% des Datenvolumens der Uni verbrauchen. Wir können diese Zahlen nicht nachprüfen.

Das Rechenzentrum droht mit der Abschaltung der Wohnheime. Schnell macht die Nachricht zwischen den Wohnheimen die Runde. Stimmen die Angaben wirklich? Was hat das für Konsequenzen?

 

März 2001

Der SINUS ist tot, es lebe der SINUS (Studenten Initiative Netzwerk Und Studium). Anfang März treffen sich Vertreter aller Wohnheime im Michaelishof, um die Situation mit dem Datenvolumen zu besprechen. Es liegen nun verlässliche Zahlen auf dem Tisch. Die Wohnheime verursachen tatsächlich zu viel Datenaufkommen und bringen die Leitungen der Uni zum glühen. Die Uni gerät dadurch an ihre monatliche Obergrenze (in diesem Monat 96%). Kommen wir über 100% steigt die Uni in eine höhere Volumenklasse auf und muss nachzahlen. Das kann sich die Uni nicht leisten. Es geht also um bares Geld! Wir verständigen uns mit den Vertretern der anderen Wohnheime auf eine gemeinsame Sprachregelung und arbeiten an Lösungsvorschlägen. Der SINUS entsteht neu (Studentische Initiative Netzwerk Und Studium).

 

Es findet ein erstes Treffen mit dem Rechenzentrum statt. Ergebnis: entweder wir beherrschen uns, oder die Leitungen zu den Wohnheimen werden abgeschaltet. Wir präsentieren unsere Vorschläge. Das Rechenzentrum zeigt sich zufrieden. Es wird also zunächst niemand abgeschaltet und die Kontrolle des Datenvolumens den Wohnheimen überlassen. Die Idee, den Wohnheimen den Datenverkehr in Rechnung zu stellen, bleibt erst einmal nur eine Idee. Das wären immerhin 9 € pro GigaByte.

 

April 2001

Der SINUS trifft sich nun regelmäßig. Es werden zahlreiche Konzepte und Kontrollmechanismen durchgespielt. Während das eine Wohnheim mit Router-Einstellungen experimentiert, bastelt das andere an einer Datenbanklösung. Es geht voran, doch leider nicht schnell genug: Die Wohnheime verbrauchen noch immer 50% des monatlichen Uni-Datenvolumens.

Das Rechenzentrum droht erneut mit der Abschaltung der Netzwerkleitungen, wenn die Wohnheime sich nicht beschränken. Auf Basis der vom Rechenzentrum erstellten Statistiken machen wir im Wohnheim einige "Hausbesuche" und sprechen mit diversen Nutzen über ihr Verhalten im Netzwerk und ihren hohen Datenraten. Es scheint zu wirken.

 

Es finden eine Reihe von Gesprächen zwischen dem SINUS und dem Rechenzentrum statt. Das Ergebnis: das Rechenzentrum möchte sich soweit wie möglich aus der Regulierung des Datenvolumens heraushalten, stellt lediglich die entsprechenden Daten zur Verfügung und greift nur im Notfall ein. Wir sind zunächst erleichtert. Doch leider nur zunächst!

 

Mai 2001

Wir versuchen, unsere Nutzer auf das hohe Datenvolumen hinzuweisen. Es klappt, die Menge der heruntergeladen Daten wird geringer. Die Wohnheime liegen bei "nur"noch 35%. Doch wir müssen noch weiter herunter. Die Uni ist noch immer an ihrem monatlichen Limit (98%). Es finden weitere Gespräche mit dem Rechenzentrum statt. Gemeinsam wird nach einer Lösung gesucht.

Die Uni-Verwaltung erwägt, den Wohnheimen den Datenverkehr tatsächlich in Rechnung zu stellen. Der SINUS vereinbart einen Gesprächstermin mit dem Kanzler der TU.

 

Im Wohnheim beginnen nun wieder die Planungen zur Anschaffung einer hauseigenen Telekommunikationsanlage. Wir hatten diese Anlage schon zusammen mit dem Netzwerk geplant, das Vorhaben aber aus finanziellen Gründen erst einmal auf Eis gelegt. Der Vorstand arbeitet einen Fragebogen aus und verteilen ihn im Wohnheim.

 

Juni 2001

Aus den Gesprächen mit dem Rechenzentrum und der Uni-Verwaltung kommt der SINUS mit einem blauen Auge davon. Alle Wohnheime müssen auf 20% des Gesamt-Uni-Datenvolumens runter. Die 20% werden auf die Wohnheime entsprechend ihrer Größe aufgeteilt. Und noch bevor die

Zahlen richtig ausgerechnet worden sind, steht fest: das MichaelisNet liegt in diesem Monat schon knapp unterhalb seines Limits. Ein Telefonat mit dem

Rechenzentrum ergibt: entweder wir bleiben unter unserem Limit oder wir werden auf unbefristete Zeit abgeschaltet. Die Entscheidung ist schnell getroffen: Am 17. Juni 2001 schalten wir das Netz freiwillig ab.

Nur durch diese drastische Maßnahme ist die Einhaltung des Datenvolumens sicherzustellen. Nur die notwendigsten Dienste bleiben noch geöffnet.

Alle anderen Wohnheime sind geschockt, unsere Nutzer laufen Amok. Nur zu gerne hätten wir ihnen gesagt, welche Nutzer für das hohe Datenvolumen verantwortlich waren. Wir haben es nicht getan. Aus humanitären und datenschutzrechtlichen Gründen ;-)

 

Am 20. Juni steht uns Mitgliederversammlung Nr. 5 bevor. Gerade nach der Komplettabschaltung rechnen wir mit einer kontroversen Diskussion. Und wir werden diesbezüglich nicht enttäuscht. Unsere Nutzer zeigen jedoch Verständnis für diese Maßnahme, denn erst jetzt wird ihnen die ganze Geschichte in ungekürzter Fassung dargelegt.

Unsere Arbeit und unser Bemühen wird anerkannt. Und wir hatten mit einem Erschießungskommando gerechnet ;-)

 

Am 28.Juni veranstaltet das MichaelisNet zusammen mit dem Team der Michaelishof-Kneipe das dritte Hoffest. Es ist mal wieder ein riesiger Erfolg!

 

Wir bekommen einen Teil der Fragebögen für die Telekommunikationsanlage zurück. Wir sind mit der Zahl der abgegebenen Fragebögen aber nicht zufrieden.

 

Juli 2001

Wir geben das Netz wieder frei. Im Hintergrund laufen jetzt eine Reihe von Überwachungsprogrammen, die den Datenverkehr jedes einzelnen Nutzers summieren. Wer mehr als 300 MB pro Monat herunterlädt, wird "ausgebremst" und kann nur noch durch das Netz "schleichen". Auch in den anderen Wohnheimen greifen die Maßnahmen. Das Ergebnis am Ende des Monats: 16% für alle Wohnheime. Ein traumhaftes Ergebnis! Das Rechenzentrum ist zufrieden und sichert dem SINUS seine Hilfe und Unterstützung zu..

 

August 2001

Neues Spiel, neues Glück. Der SINUS legt eine Punktlandung auf die Volumengrenze hin: 19,7%. Das Rechenzentrum zollt uns Anerkennung.

 

September 2001

Diesmal hat es mit der Einhaltung der Volumengrenze nicht ganz geklappt. Am Ende des Monats zeigt die Statistik etwas über 21%. Das Rechenzentrum drückt ein Auge zu.

 

Oktober 2001

Das Rechenzentrum bekommt die jährliche Volumenerhöhung. Die Uni ist nicht in eine höhere Volumenstufe gerutscht. Das kurzfristige Ziel ist erreicht. Nun haben die Wohnheime Zeit, ihre Überwachungssysteme zu optimieren. Auch wir nutzen die Gelegenheit und schalten unsere Überwachungssystem (Accounting-System) erst einmal ab. Und schon klettert das Downloadvolumen wieder in die Höhe.

 

Wir stellen fest, dass der Informationsfluss innerhalb des Supports nicht optimal funktioniert. Wir richten deshalb ein Trouble-Ticket-System ein, um Vorgänge und Probleme mit dem Netzwerk an zentraler Stelle erfassen zu können. Dadurch weiß jeder Supporter zu jeder Zeit, welche aktuellen Probleme gerade vorliegen. Zum Teil haben Nutzer einen Supporter nach dem anderen abgeklappert, in der Hoffnung, dadurch mehr und schneller Hilfe zu bekommen. Und jedem Supporter wurde eine andere Geschichte erzählt. Die "Märchenstunde" hat mit dem Ticket-System nun ein Ende.

 

November 2001

Wir bemerken erst sehr spät, dass unser Downloadvolumen wieder enorm gestiegen ist. Wir ergreifen Notmaßnahmen, beschränken uns aber nur auf die User, die für den hohen Datenverkehr verantwortlich sind.

Leider funktioniert das automatische Accounting-System noch nicht.

 

Dezember 2001

Das Studentenwerk verschiebt die Entscheidung über unsere Telekommunikationsanlage in das erste Quartal 2002.

 

Der Traffic in diesem Monat ist wieder zu hoch. Wir bremsen erneut die Nutzer aus, die zu viel Datenverkehr verursachen. Leider müssen wir noch immer selbst Hand anlegen und entscheiden von Tag zu Tag neu.

Während der Feiertage geht der Download natürlich etwas zurück, das kommt uns entgegen.