Geschichte des Jahres 1998
Phase 1
Phase 1 beginnt. Ab jetzt wird telefoniert, im Web gesurft und diskutiert, wie man die Sache angehen könnte. Erste Umrisse des Vorhabens werden deutlich. Fein. Jetzt fragen wir mal nach was die Anderen dazu sagen.
Phase 2
Der Erste Aushang ist fertig. Eine Liste, in die sich die Leute namentlich eintragen können wird ausgehängt. Darin wird gefragt, ob Interesse an einer aktiven Mitarbeit besteht, 37 Leute tragen sich innerhalb von nur 4 Tagen ein. Wooowww!!! (Uli Suppa ist offiziell der erste der sich eingetragen hat. Er hat spontan und begeistert unterschrieben als wir gerade beim Anbringen des Aushangs waren).
Phase 3
Wir teilen dem Studentenwerk das Ergebnis mit. Nun sollen wir einen Brief an die Wohnheimleitung aufsetzen, in dem wir schildern was wir wollen und wie wir dieses planen.
Phase 4
Es folgen zahllose Gespräche mit verschiedenen Mitbewohnern. Unsere erste Aufgabe ist es, jedem Einzelnen zu erklären was wir uns vorgestellt haben und was wir machen möchten. Wir sammeln die dabei entstehenden Ideen. Es werfen sich viele Fragen auf. Wo sollen wir überhaupt anfangen?
Phase 5
Wir organisieren ein Treffen in der Kneipe, zu dem möglichst viele kommen sollen. Ohhh jeaaahhh. Mehr als 25 Leute erscheinen. Wir erklären allen nochmal worum es geht und was die Ziele sind. Daraufhin besprechen wir das weitere Vorgehen. Der kreative Abend wird mit dem Formulieren des Briefes an die Wohnheimleitung beendet. Mit 7 Personen sitzen wir an der richtigen Formulierung unserer Wünsche. Das Ergebnis ist, ohne Übertreibung, einfach gut.
Phase 6
Der Brief ist bearbeitet worden, und wir bekommen grünes Licht für die nächsten Schritte: Angebote von Firmen einholen, einen Verein gründen, eine konkrete Umfrage starten und einen Infoabend organisieren.
Phase 7
Wir organisieren einen weiteren Infoabend. Und wieder kommen mehr als 30 Leute. Ach wie schön. Nach einer Einführung wird mit den Diskussionen über die einzelnen Punkte begonnen. Alle anstehenden Punkte werden im Detail ausdiskutiert. Es werden einzelne Arbeitsgruppen gegründet mit jeweils einem Zuständigkeitsbereich.
Phase 8
Eines Abends kommt Helmar Völzke an, mit einem fertiggestellten Fragebogen. Das ist Helmar, er wartet nicht lange bis etwas geschieht. Er tut es einfach. Nun sitzen Alexandros Zachos, Martin, Uli Suppa, Helmar Völzke und Nikolaos Fideropoulos daran den Fragebogen zu überarbeiten und ihm den letzten Schliff zu geben. Noch eine lange Nacht. Es werden die ersten 50 Fragebögen gleich gedruckt und noch in der selben Nacht von Helmar in die Briefkästen geworfen. Am Morgen um 10.00 Uhr schon die ersten 5 Antworten. 4 davon waren für das Internet und der erste bewusst anonym gelassenen Fragebogen, mit fettem roten Edding steht:
"INTERNETGEGNER" darauf und kritisiert so ziemlich jeden Punkt. Wie mutig! Wir haben absolut nichts gegen Kritik, ganz im Gegenteil. Aber man sollte doch den Mut haben zu seiner Meinung zu stehen.
Am Tag darauf werden die restlichen Zettel gedruckt und eingeworfen. Mehrmals am Tag leeren wir unsere Briefkästen. Es ist unglaublich, es antworten innerhalb von ca. 10 Tagen 93 Personen. Die Auswertung beginnt. Helmar Völzke erstellt eine Statistik zu der Umfrage. Absolut erfreulich.
Kleiner Auszug: 73 Personen sind für das Internet.
Phase 9
Wir vereinbaren einen Termin mit dem Studentenwerk damit wir Ihnen die Umfrage und unsere Recherchen präsentieren können. Das bedeutet wieder Arbeit. An einem Abend sitzen Helmar Völzke, Uli Suppa, Alex Zachos und Nikos Fideropoulos vor dem Rechner und erstellen eine Präsentation mit den wichtigsten Punkten jeder Kategorie.
Phase 10
Mit dem Studentenwerk (Frau Schenke, Herr Heuermann) wird eines Morgens zwei Stunden lang über alles gesprochen. Es wird nach Lösungen gesucht. Man bespricht Vorgehensweisen. Natürlich wurde auch über
Geld geredet. Fazit nach zwei Stunden: Grünes Licht.
Phase 11
Es beginnen Telefonate mit verschiedenen Firmen, Verhandlungen werden geführt. Fast jeden Tag wird viel Zeit und Geld für das Projekt investiert.
Phase 12
Das nächste Treffen wird einberufen. Danach arbeiten folgende Arbeitsgruppen parallel: Vereinsgruppe, Logogruppe, Netzwerkgruppe.
Phase 13
Die Vereinsgruppe sammelt Informationen zur Vereinsgründung. Es gibt mehrere Treffen bis die Satzung fertiggestellt ist.
Jörg Dittrich erklärt sich auch noch bereit das ganze in LaTeX zu schreiben. Ach wie schön. Eigentlich dachten wir er wäre schon genug damit gequält das wir mit 8 Leuten in seinem Zimmer 'rumhocken.
Phase 14.
Henning Wühl-Bruhn und Jörg Dittrich überprüfen nochmals die Satzung und bitten einen Bekannten, der in Vereinsthemen ziemlich fit ist, sich diese mal anzugucken. Hierbei werden einige Punkte noch einmal verändert.
Phase 15
Die Satzung wird noch einmal durchgesprochen. Wir holen uns jetzt endlich fachkundige Hilfe und stellen fest: wir haben gute Arbeit geleistet. Bis auf einige Kleinigkeiten kann die Satzung so zum Amtsgericht gehen.
Phase 16
Die Netzwerkgruppe schlägt sich mit den Bauplänen des Wohnheimes herum. Wo können wir tatsächlich Leitungen langlegen? Wir laufen uns im Wohnheim die Füße wund. Und langsam befällt uns die Panik: Das Verkabeln
wird doch nicht so einfach, wie wir gehofft hatten. Beinahe die Verkabelung für jedes Zimmer muss individuell geplant werden. Das wird für die Firmen eine Herausforderung!
Phase 17
Die Netzwerkgruppe ist sich jetzt einig, was sie haben möchte. Wir fertigen ein erstes Pflichtenheft an, um die Verhandlungen mit den Firmen zu vereinfachen. Schon jetzt kristallisiert sich ein Favorit unter den Firmen heraus.
Phase 18
Es folgt die Zeit der Vor-Ort-Termine. Nacheinander laufen die Firmen bei uns auf und sehen sich das Wohnheim an. Die Gesichter der Besucher werden
länger und länger. Den Mitgliedern der Netzwerkgruppe steigt die Panik ins Gesicht.
Den Firmen macht nicht nur die Bausubstanz sorgen, sondern dass jedes Zimmer individuell geplant werden muss. Es machen Sätze wie "unverkabelbares Wohnheim" die Runde. Die Netzwerkgruppe ist niedergeschlagen. Zumindest kommen alle anderen Gruppen voran.
Phase 19
Die Netzwerkgruppe läuft sich noch immer die Füße wund. So langsam bekommen wir den Durchblick und werden zuversichtlicher. Zum Glück ist fast das gesamte Wohnheim unterkellert. Das kommt uns jetzt entgegen. Wir entscheiden uns, drei Sammelpunkte für das Netzwerk aufzubauen und diese Untereinander zu verbinden. Nicht schön, aber die einzige Möglichkeit, um einem Teil der Probleme aus dem Wege zu gehen. Wir nehmen den Firmen soweit wie möglich die Planungsarbeiten ab. Jörg Dittrich beginnt mit den später so verhassten Kabellisten: die Leitung zu jedem Zimmer wird vermessen und in eine Liste eingetragen. Später sollen dann die Längenangaben des Kabels mit hinzukommen.
Phase 20
Au weiha. Die ersten Angebote kommen. Und uns wird schwarz vor Augen. Mit soviel haben wir nicht gerechnet. Das Geld können wir nach der derzeitigen Finanzplanung nicht aufbringen. Also muss irgendwo Geld herkommen. Wir schreiben die ersten "Bettel-Briefe" (Kai Habermann wird diesen Begriff später prägen). Wir werden versuchen, soviel Arbeit wie möglich in Eigenleistung zu erbringen. Nur so können wir die Kosten unter Kontrolle bekommen. Das heißt für uns: noch mehr Arbeit.
Phase 21
Jawoll, wir haben Sponsoring-Zusagen! Ein Aufatmen geht durch das Wohnheim. Wir können das Netzwerk wohl doch finanzieren.
Phase 22
So langsam kommen wir voran. Nachdem das Konzept des Netzwerkes klar ist, können wir besser planen. Das geht soweit, dass wir in den Zimmern schon die genauen Wege für die Kabel und Dosen festlegen.
Phase 23
Auch die Vereinsgruppe macht Fortschritte: Die Satzung liegt am 18.November 1998 beim Notar. Insgesamt haben 17 Studierende die Satzung unterschrieben. Wir sind von dem Rückhalt im Wohnheim begeistert!

